Mara-AG letzter Teil

Der nächste Termin bringt mich in einen anderen Teil des Gebäudes. Aber irgendwie habe ich das Gefühl falsch gegangen zu sein und auf einer Baustelle gelandet zu sein. Aber nein – ein karges Männchen kommt auf mich zu um mich zu empfangen. Und beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass das Gebäude sehr wohl fertig ist, aber sehr reduziert und karg gebaut wurde.

Das Büro von Frau Tanha passt in das gesamte Bild – es wirkt als ob ein Flohmarkt leergeräumt wurde.

I: Guten tag

T: Ja ja, Sie wurden mir von meinem Dad bereits angekündigt. Ein besseres Interview könnten wir sicher führen, wenn Si mir ein wenig Unterstützung zukommen lassen könnten?

I: Wie meinen Sie das, Sie sind doch Konzernchefin?

T: Aber trotzdem muss ich immer ein Auge auf das Budget und die Bilanzen haben.

I: Also Ihr Bereich ist für Einsparungen zuständig?

T: Nein, das ist jetzt falsch rüber gekommen, unsere Aufgabe ist es die Menschen dabei zu unterstptzen mehr zu wollen, anzuhäufen und nichts mehr her zu geben.

I: Wie passt diese Aufgabe in die Konzernstrategie?

T: Nun- indem wir in den Menschen die Idee fördern, dass anhäufen, noch mehr zu wollen gut für sie ist werden sie für die vielen Angebote unseres Konzerns empfänglich.

I: Wie schwer ist das?

T: Zwiespältig. Auf der einen Seite geht es so leicht und durchschaubar – Menschen sind eine sehr einfach auszurechnende Spezies. Teilweise müssen wir gar nichts tun und es läuft von selbst. Aber es gibt da immer mehr Querulanten die gegen uns operieren –  Geben, Freizügigkeit und das Teilen nicht nur hervorstreichen sondern auch tatsächlich leben (schaut angewidert).

I: Aber das sind ja nur wenige?

T: Das stimmt, leider ist es aber dank dem großen Erfolg den wir hatten heute schon sehr schwer geworden immer noch eine Steigerung anstoßen zu können. Da müssen wir uns schon sehr ins zeug legen und viel Investieren (schaudert).

I: Das heißt – auch die Mara AG stößt an ihre Grenzen?

T: Noch nicht. Aber Sie haben recht – wenn wir nicht ständig forschen und investieren würden könnten wir die Gier nicht mehr steigern.

I: Also stehen Sie hinter den vielen neuen Produkten, Services und der Werbung?

T: Nur zum Teil, das ist nur ein Aspekt unserer Tätigkeiten; sehr vernetzt mit den anderen Bereichen des Konzerns. Aber diese Strategie funktioniert  nur in reichen Ländern gut, wo die Menschen freie Mittel haben.

I: Was decken Sie noch ab?

T: In Bereichen wo die Menschen ärmer sind oder auch bei jenen die schon alles haben müssen wir subtiler vorgehen. Da können wir nichts neues an den Mann/die Frau bringen sondern da bedienen wir uns des Neids. Wenn unsere Kunden nur das Gefühl haben andere hätten mehr als sie, so beginnt auch wieder die Gier – ganz ohne neue Produkte oder Angebote funktioniert das immer ganz wunderbar.

I: Aber was ist mit all den Leuten die mit dem Materialismus abgeschlossen hat?

T: Diese Schlaumeier denken uns entkommen zu können (lacht lauthals). Aber die vorher genannte Technik funktioniert auch bei den Meditierenden wunderbar, manchmal fast noch besser. Wenn wir ein wenig Köder hinwerfen so wollen auch diese Leute immer mehr und vor allem das was der Nachbar hat.

I: Da bin ich jetzt beeindruckt!

T: Schön. Ich muss unser Gespräch nun beenden, meine Zeit ist kostbar. Ich denke Sie finden selbst den Weg hinaus.

Und schon stehe ich auf dem kargen gang und mache mich auf den Weg um Herrn Mara den versprochenen Abschiedsbesuch abzustatten.

Als ich sein Büro betrete erwartet er mich mit einem Lächeln. Bei einem Kaffee lassen wir meinen besuch revue passieren und tauschen uns über das ein- oder andere Detail aus.

Ganz unerwartet – oder vermutlich von langer Hand geplant – bietet mir Herr Mara einen Job an. Ich könnte doch für das Unternehmen den Markt erforschen, in dieser Welt sein und mich neben einer guten Bezahlung über alle Annehmlichkeiten der Mara AG freuen.

Dankend lehne ich ab und in diesem Moment scheint sich alles zu verändern. Alles scheint zu verschwimmen, unscharf und weniger konkret zu werden. Mir wird schwarz vor Augen und die letzten Worte die an mein Ohr dringen sind: „Schlafe oder Erwache; es ist deine Entscheidung!“

Verwirrt und zitternd wache ich in meinem Bett au und weiß nicht: War es ein Traum oder träume ich jetzt gerade?

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Mara AG – Teil 4

Auf den nächsten Termin mit Frau Raga werde ich in einen Lift geleitet, welcher weit nach unten fährt.

Als sich die Tür öffnet meine ich mich in einem Bild, einer Paradiesvorstellung  zu befinden. Schöne Musik, spärlich bekleidete Menschen die alle Models sein könnten, herrliche Düfte und verführerische Speisen sehe ich.

Ich werde in das Büro geführt – und wow – diese Tochter Maras sieht verdammt gut aus.

I: Guten >Tag

R: Ich freue mich Sie endlich bei mir begrüßen zu dürfen. Sie haben ja schon einen langen Tag hinter sich. Darf ich Ihnen etwas anbieten, ein Getränk oder eine schmackhafte Stärkung.

I: Gerne – einen Kaffee und ein Sandwich bitte (wohlwissend dass ich ja mit einer Aufgabe hier bin)

R: Was wollen Sie gerne von mir wissen, wonach steht Ihnen?

I: Ich würde gerne ganz klassisch geschäftlich einsteigen: Können Sie mir Ihren Geschäftsbereich der Mara AG etwas näher beschreiben?

R: Gerne. Also ich bin für alles verantwortlich, was den Menschen Freude bereitet. Ich bin ja eigentlich die Samariterin im Unternehmen (grinst). Ich und meine Mitarbeiter sorgen dafür dass die Sinne der Menschen erfreut werden und sie so zufrieden bleiben und nicht in anderen, nicht so netten Gebieten wühlen müssen.

I: Ich habe oft gehört, daß Ihr Geschäft der schmutzigere Bereich ist, daß Sie der Boss des ganzen Sex- und Pornogeschäfts sind?

R: Ich glaube ich muss besser an meinem Marketing arbeiten. Ja auch in dem Business sind wir aktiv – aber das ist nur ein kleiner Bereich unserer Tätigkeiten.

I: Können Sie mir das etwas näher erklären?

R: Wir sind ein multidimensionales Unternehmen – die Menschen haben mehrere Sinne und alle davon wollen wir ansprechen um die Customer Satisfaction zu steigern.

I: Durch welche Maßnahmen?

R: Nehmen Sie beispielsweise den Sehsinn: Wie viele unserer Kunden erfreuen sich etwas schönes zu sehen, sie ergötzen sich daran und drängen danach neues und wunderbares zu sehen. Also bieten wir da viel an.

I: Ich verstehe – darum betreiben Sie Fernsehsender, Websites u. Ä.?

R: Nicht nur – damit erreichen wir ja nur ein kleines Segment. Alles was Ihr Menschen seht haben wir mit diesem Potential versehen daran Lust zu empfinden – egal ob es ein Film, ein gemälde, die Natur oder etwas ganz anderes ist. Wir sind schon weit darüber hinaus einzelne Kanäle für die Lust zu entwickeln sondern haben diese Möglichkeit überall eingebaut. Das hat unser Geschäft revolutioniert.

I: Beeindruckend. Das heißt auf die weiteren Sinne bezogen dass Sie nichts mehr explizit zum Lustgewinn in die Wege leiten sondern das direkt integrieren?

R: Ja – auf diese Weise haben wir kein Problem die Menschen zur Lust zu bringen – sie können uns gar nicht abspringen (lacht)

I: Aber ein paar Menschen müssten Ihnen doch entkommen – ich denke an die Meditierenden?

R: Denken Sie mal – wir haben das Lustpotential ÜBERALL eingebaut (lächelt süffisant), auch da und überhaupt in den Religionen. So sind es wirklich nur ganz wenige wie diese Arahats die auch dem widerstehen. Mit diesem kleinen Prozentsatz kann ich gut leben.

I: Um noch mal auf das Anfangsthema zu kommen: Wie steht es jetzt mit dem Sex?

R: Ja – Sie gefallen mir auch sehr gut, wollen wir nicht ein wenig Spaß haben statt so ein fades Interview zu führen?

I: Nein so war das nicht gemeint !!!

R: Sie haben also mehr Lust auf ein Gespräch, na gut

I: Also…

R: Wissen Sie – auch wenn wir Lust überall eingebaut haben so betreiben wir auch Forschung. Wir müssen ja immer am Puls der Zeit bleiben. Darum haben wir den ein oder anderen Vrsuchsbereich.

I: Und die Sexindustrie ist einer davon?

R: Ja hier können wir gut studieren wie die Menschen so funktionieren!

I: Wirklich nur Forschung?

R: Das Interview dauert ja schon lange. Haben Sie noch Hunger, kann ich Ihnen etwas anbieten odr gibt es etwas anderes….?

I: Nein danke; ich hatte Sie zum Sex befragt.

R: Stimmt – Sex ist auch eine Notmaßnahme, wenn unsere Standardprodukte nicht funktioniert haben.

I: Wie läuft das ab?

R: Also wenn ein mensch all unseren Angeboten widersteht haben wir immer noch unsere speziellen Mitarbeiter. Glauben Sie mir – auf die eine oder andere Sex-Variante fährt jeder und jede ab, egal wie gesetzt sie schon sind.

I: Und das funktioniert immer?

R: Beinahe. Früher haben wir das noch selbst gemacht, aber da war die Ausbildung noch mangelhaft. ich bin ja an diesem Buddha gescheitert – der wollte einfach nicht, und mein Vater ist an einer einfachen Nonnen gescheitert, die war nicht mal für einen unverbindlichen Quicky zu haben. Aber seither haben wir das perfektioniert..

I: Ich danke Ihnen für das Gespräch aber nun muss ich echt weiter zu meinem nächsten Termin.

R: Wenn das jetzt Ihr Wunsch ist, dann Auf Widersehen und noch viel Freude

Der Vorraum von Ragas Büro sieht aus wie der Set eines schmutzigen Films und ich muß mich zwischen all den nackten Menschen durchdrängeln. Ich sehe Männer, Frauen und verschiedenes dazwischen, jung, alt, groß und klein. Alle versuchen mich zu sich zu ziehen.

Mit einem Seufzer der Erleichterung steige ich in den Lift ein und fahre wieder zum Empfang.

… Fortsetzung folgt …

Mara AG – Teil 3

Fortsetzung der Geschichte: Mara AG

Nun warte ich bereits eine geschlagene Stunde am Empfang auf Frau Arati. Irgendwie scheinen wir nicht angekündigt zu sein. Aber was solls – ich habe ja Zeit – es ist wiedereinmal hilfreich sich auf des Hier & jetzt zu besinnen – nach all den Erlebnissen bisher.

Zwei weitere Stunden später werde ich von einem gelangweilt gähnenden Assistenten abgeholt. Er meint dass Frau Arati eigentlich schon dabei ist die Firma zu verlassen, aber wenn ich möchten können wir unser Gespräch noch in der Cafeteria führen. Na klar, und ob ich will, also folge ich dem jungen Herren.

Im Cafe sehe ich eigentlich niemanden und denke schon, dass die Frau vielleicht gar nicht mehr anwesend ist. Das Cafe scheint mir überhaupt menschenleer bis auf eine verwahrlost wirkende, ältere Frau. Aber halt – auf genau diese steuert der junge Mann zu und stellt sie uns als Arati vor.

I: Guten tag Frau Arati, wir freuen uns dass wir das Gespräch nun doch noch geschafft haben.

A: Na ja – irgendwie bin ich den ganzen Rummel um mich müde, aber was solls – reden wir, sonst ist mein alter Herr wieder sauer auf mich.

I: Ihr Assistent meinte sie würden hier einen Kaffee trinken – dürfen wir Sie auf einen einladen?

A: Ich weiß nicht so recht, eigentlich mag ich keinen Kaffee oder etwas anderes, nein eigentlich brauche ich nichts.

I: Können Sie uns ein wenig beschreiben was Ihr Aufgabengebiet in diesem Unternehmen ist?

A (lächelnd): Ach das kann ich. Meine Aufgabe ist doch die wichtigste in diesem Unternehmen. Wenn meine zwei Schwestern wiedermal versagt haben und unseren Kunden keine schöne Alternativen anbieten können, dann muss ich retten was zu retten ist. Bevor die Menschen auf die Idee kommen spirituell etwas zu tun sind meine Profis da. Wir stellen den Menschen, die etwas mit sich tun wollen deutlich dar, wie schwer das alles ist und wie schwach sie doch sind. je nachdem wie stark die Leute sind müssen wir auch schwere Geschütze auffahren um ihnen die Lust an Meditation und Erkenntnis (schüttelt sich angewidert) zu vermiesen. So weit lassen wir es aber nicht kommen.

I: Das klingt ja nach einem großen und bedeutenden Aufgabenbereich. Können Sie uns da mehr aus der Praxis erzählen ohne Ihre Geschäftsgeheimnisse zu verletzen?

A: Na versuchen wir es (gähnt). Wichtig ist hier natürlich die PR-Arbeit, die ist der Kern unserer Aufgaben. Wir nutzen alle verfügbaren Kommunikationskanäle um unsere Nachricht an die Menschen zu bekommen. In Presse, Radio und Fernsehen achten wir darauf den Menschen die sich spirituell entwickeln wollen die Idee auszureden, sei es sie einzulullen oder auch ihnen ihre Schwäche aufzuzeigen. Wir müssen schließlich die Menschen vor sich selbst schützuen.

I: Und wie sieht es mit anderen Medien aus?

A: Ja das Buchgeschäft ist ein sehr dankbarer Zweig. Da haben wir gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Wir beschäftigen eine ganze Reihe sehr guter Autoren, die unter Pseudonym ganz wunderbare Werke in unserem Sinn verfassen.

I: Nutzen Sie auch die neuen Medien für Ihre Zwecke.

A (grinst): Wie kommen Sie darauf? Wir denken doch viel weiter – vergessen Sie nicht, wir mögen zwar alt sein – sind aber immer noch agil und flexibel. Wir haben es zwar nicht selbst entwickelt, aber dem Einen oder Anderen haben wir kräftig unter die Arme gegriffen. Aber wir möchten die Marc´s und Eric´s doch im Glauben lassen sie hätten es ganz alleine geschafft.

I: Ich sehe schon – Ihre PR-Abteilung ist ja bestens aufgestellt. Aber nicht alle Menschen hören auf die Medien?

A: Ja – leider. Das sind jene Kunden wo wir Stufe 2 brauchen, da wird es schon aufwändiger (verdreht die Augen) und teurer.

I: Können SIe uns mehr zu Stufe 2 sagen?

A: Eigentlich nicht. Aber nachdem Sie uns aufgefunden haben ist es vermutlich bereits egal.  Also – da haben wir unsere Agents; sie gehen in die direkte Kommunikation mit unseren Kunden.

I: Wie geht das, senden Sie eine Email, rufen Sie an?

A: So plump nicht. Sie kennen doch die kleine Stimme in Ihrem Kopf die von Dingen abrät, sagt dass sie das Vorhaben nicht schaffen – nun das ist unser Agent.

I: Eine sehr perfide Lösung – zugegeben. Aber es gibt ja auch Menschen die diese Stimme ignorieren?

A (beginnt agiler zu werden): Ja diese Querulanten ruinieren mir das Geschäft. An die kommt man nicht mehr ran… Aber auch für diese Menschen habe ich mir was Gutes einfallen lassen … Wenn diese Menschlein schon unbedingt spirituelles machen wollen, dann sorge ich dafür dass sie wieder bei uns landen. Wir sponsoren schöne Gruppen und Organisationen, die sicherstellen dass Ihr in unserer Hand bleibt oder nach einiger Zeit merkt dass dieses spirituelle Zeug nichts bringt.

I: Ich bin echt beeindruckt!

A: Weil ich gerade in so guter Laune bin. Ich habe ja gehört Sie sind Anhänger dieses Gotama. Sebst das haben wir schon unterwandert und unsere Leute platziert, sie werden sehen mit etwas Geduld ist auch diese Lücke bald geschlossen.

I: (sprachlos)

A: Danke für Ihren Besuch. Wenn Sie mal dran denken ein wenig lehren zu wollen (gibt uns ihre Visitenkarte) dann lassen Sie es mich wissen..

In meinem Entsetzen habe ich gar nicht bemerkt, dass Frau Arati nicht mehr da ist. Nachdenklich gehe ich wieder zum Empfang um zu sehen wie es nun weitergeht.

Fortsetzung folgt…

Mara AG – Teil 2

Fortsetzung der Geschichte: Mara AG mit einem Interview von Herrn Mara (M)

I: Guten Morgen Herr Mara. Vorab gleichmal Gratulation – Sie haben sich ja enorm jugendlich und frisch erhalten, schließlich haben Sie ja schon ein gewisses Alter erreicht.

M: Danke und guten Morgen. Mein frischer Teint – ja der stammt aus einem unserer neuesten Geschäftszweige. Wir sind massiv in den Wellness-Bereich eingestiegen. Alles für den Körper, für Jugend und Frische. Sehen Sie mich nur an. Wollen Sie nicht auch ein wenig unsere Annehmlichkeiten genießen. Ich lade Sie auf ein paar Tage ein.

I. nein danke, eigentlich bin ich hier weil ich mit Ihnen sprechen möchte.

M: (unterbricht): Ja lassen Sie uns weiterplaudern; Woher kommen Sie?

I: Aus Österreich

M: Ach ja – in Mitteleuropa läuft unser Wellnessgeschäft ja wirklich wunderbar. Die Menschen bauen mir da sogar wunderbare Tempelanlagen (lächelt) welche jene dieses Siddharta in Fläche und Prunk doch locker übertrumpfen.

I: Danke für den Einblick ins aktuelle Geschäft, aber für den Anfang würde mich einmal interessieren wie Ihre letzten 3000 Jahre verlaufen sind – man hat ja lange nichts mehr gehört seit Ihrer Niederlage gegen den Buddha.

M (erregt): Ja dieser Besserwisse – er hat wohl damals geglaubt ich sei endgültig geschlagen. Na ja aber es gab ja noch immer genug Menschen die mir zuhörten (grinst). Lange zeit hindurch wurde ja immer das gemacht was ich wollte – haben Sie das nicht gesehen?

I: Da wären wir schon bei einem großen Thema. Um Ihren Einfluss und Ihre Tätigkeiten ranken sich ja eine Reihe an legenden, Mythen und Halbwarheiten.

M (stolzes Lächeln): Ach – was denn zum Beispiel?

I: Wenn man die Menschen so fragt stehen Sie hinter dem Tsunami, 9/11, den Kriegen und Terror auf der Welt um nur ein paar zu nennen.

M: Halten Sie mich und meine Töchter doch nicht für so plump. Das was dieser Osama beispielsweise gemacht hat widerspricht doch völlig den Zielen unseres Unternehmens!

I: Inwiefern?

M: Wir wollen die Menschen ja an uns binden, an den lauf der Welten. So lange es geht sollen sie in unserem Machtbereich sein. Aber dafür brauchen wir eine Menschheit die existiert. Wenn sie sich ausrottet, dann ist ja unsere Geschäftsgrundlage weg. Nein (sichtlich erregt) diese anderen Stümper ruinieren mir alles, was ich so schön aufgebaut habe.

I: Aha – sehe. Auf welche Art und Weise gehen also Sie nun Ihren Geschäften nach?

M: Sehen Sie – wir haben eine ganz klare Geschäftsphilosophie. Unsere Kunden – die Menschen müssen glauben, dass die Dinge die wir ihnen bringen sie glücklich machen. Dass das nicht so ist hat ja schon der Shakyamuni erklärt und damit meinen Business-Plan gefährdet, aber die Leute haben es bis heute nicht wirklich verstanden (grinst) also brauchen sie immer mehr und mehr von uns (lacht lauthals) – und sie wissen gar nicht wie sehr sie uns brauchen!

I: Clever-Clever. Der Slogan erinnert mich an einen Film, den Herrn der Ringe – der eine Ring…

M (gelassen): Ja der Tolkien hätte gutes Marketing für uns machen können – aber leider wurden wir uns nicht über die Vertragsbedingungen einig. Zu schade. Aber wenigstens seine Bücher durfte unser Filmstudio verfilmen…

I: Nachdem Sie uns schon zuvor erklärt haben was Ihr Konzern nicht tut Herr Mara würde ich Sie nun gerne bitten uns den Umfang Ihres Geschäfts zu skizzieren.

M: Gerne, so viel Interesse an meiner Tätigkeit gabs ja schon Jahrhunderte nicht mehr. Also meine Wenigkeit hat sich aus dem Tagesgeschäft schon weit zurückgezogen. Ich beschäftige mich nur noch mit Innovationen und neuen Strategien. Sehen sie (nimmt ein Smartphone) – war doch ein durchschlagender Erfolg – oder?
Das Tagesgeschäft haben meine drei wunderbaren Mädels Raga, Arati und Tanha übernommen. Ich glaube die werden sie mehr interessieren, darum habe ich ihnen gleich einen Termin gemacht. Ich habe nun zu tun – Sie wissen ja – das Böse ist immer und überall (grinst über das ganze Gesicht).
Wenn Sie mit meinen Töchtern gesprochen haben schauen Sie bitte noch auch einen Sprung zu mir vorbei, damit wir den Interviewtag mit einem Drink beschließen können.

Fortsetzung folgt…

Meditationsseminar – Anapanasati

Ich freue mich im Frühjahr 2015 mein erstes eigenes Meditationsseminar anleiten zu dürfen. Noch sind Plätze frei!

Zeitraum: vom Freitag, den 13. März 2015
bis zum Sonntag den 22. März 2015

Ort: Kirchberg am Wechsel (Österreich)

In einem intensiven Seminar steht die Auseinandersetzung mit der Anapanasati – Methode, wie Sie Buddha gelehrt hat im Fokus. In diesen 9 Tagen geht es nicht nur darum, diese strukturierte Methode der Achtsamkeit und Einsicht auf einem Retreat persönlich betreut und geführt zu erlernen und zu vertiefen sondern sie auch als eine Übung für den persönlichen Gebrauch zu Hause zu verankern.

Das Seminar findet im Schweigen statt; die Unterbringung erfolgt überwiegend in Einzelzimmern, um alle Aufmerksamkeit auf die meditative Erfahrung auszurichten.
Der Tagesablauf besteht aus Meditationsanweisungen, wechselnden Perioden der Sitz- und Gehmeditationen, einer Arbeitsmeditation pro Tag sowie einem täglichen persönlichen Lehrgespräch.

Die Voranmeldung und weitere Auskünfte zum Ablauf dieses Seminares sind ab sofort unter gerald_schinagl@yahoo.com möglich!

Mara AG – Teil 1

…was hat Mara gemacht seitdem wir zum letzten Mal von ihm gehört haben?
Eine buddhistische Geschichte…

Das letzte, was wir von Mara und seiner Familie gehört haben liegt etwa 2500 Jahre zurück und wurde uns in der gruppierten Sammlung (Samyutta Nikaya) überliefert. Da wird uns Mara samt seinen Töchtern als unterlegen dargestellt, verzagt mit hängenden Schultern.
Aber Mara war nicht untätig. Da seine Lebensspanne deutlich länger als die gewöhnlicher Menschen ist hat er nach neuen Wegen gesucht um sein Ziel zu erreichen.
Wir haben uns auf die Suche nach Mara im heutigen Leben gemacht und sind dabei auf den Mara AG Konzern gestoßen, der offen und verdeckt ein ganzes Geflecht an Unternehmen unterhält. Ja manche munkeln sogar der Konzern habe seine Finger auch in Naturkatastrophen Kriegen und Terrorismus.
Um diesem Thema auf den Grund zu gehen haben wir die Mara AG kontaktiert und tatsächlich einen Interviewtermin bei Herrn Mara sen. seines Zeichens CEO (Chief Executive Officer) und CTO (Chief Temptation Officer) bekommen.
Nach einem transatlantischen Flug stehen wir vor einem unscheinbaren Bürogebäude im Business District von New York. Nach der Anmeldung beim Portier werden wir auch schon persönlich abgeholt und in ein hübsches Büro geführt, wo wir unser Interview beginnen.

Fortsetzung folgt…

Name und Form

In meinem letzten Blog habe ich mich mit dem Thema der Metadaten auseinandergesetzt.
Eigentlich dachte ich, dass es sich ganz klar um ein ausschließlich technisches Thema handelt. Mich ein wenig mit dem Thema befassend kam ich zur Frage warum nicht nur beschreibende Metadaten derartig notwendig sind, sondern auch einfache Definitionen und Begrifflichkeiten einer Abklärung und Festlegung bedürfen. Und auch bei diesem Thema landete ich wieder in der buddhistischen Philosophie.
Aber zurück an den beginn der Überlegungen: Warum müssen wir eigentlich in der Analytik bzw. in der IT generell über Begriffe und Worte und deren Bedeutung sprechen. Ein Wort, ein Name ist doch eigentlich eindeutig? – denkt man. Bei genauerer Betrachtung ist das eine Illusion. Das was wir mit einem Begriff bezeichnen, egal ob es etwas IT-mäßig virtuelles oder ganz reales ist existiert so in der Realität nicht.
Das heißt nicht, dass sowohl der Kuli mit dem ich diese Zeilen schreibe als auch ich selbst nur eine Einbildung sind – sondern dass es sich dabei um Konzepte handelt. Aus der Realität stammen Sinneswahrnehmeung und Eigenschaften wie Berührungen, Formwahrnehmung, Farbe, Temperatur und Gedanken. In einem in unserem Gehirn entstehenden Modell wird dieses Bündel als Kuli oder eben als ich bezeichnet. Dieses Modell, die Konventionen sind etwas, das man als Nama-Rupa (Name und Form) beschreibt. Auch der Buddha hat schon darauf hingewiesen, dass es sich bei den Dingen eben um Konzepte handelt. Diese Konzepte hängen von Erziehung, Erfahrungen, sozialem Umfeld und vielen anderen Einflüssen ab.
Ganz praktisch können wir diese Konzepte bemwrken, wenn man z.B. über Farben spricht. Für einen farbenblinden Menschen sieht die Welt komplett anders aus als für einen normalsichtigen Menschen. Noch deutlicher kann dieser Umstand deutlich werden wenn wir z.B. einem neuen, uns völlig unbekannten Geschmack probieren – und keine Worte finden können um ihn zu beschreiben.
Die Verwendung und explizite Betonung von Metadaten und Definitionen ist also keine IT-Spezialität sondern Ausdruck und Hilfe für ein generelles Problem in der Funktionsweise von uns Menschen.