Archive | November 2013

buddhistische Segnung & Namensgebung

Diesen Samstag durfte ich gemeinsam mit meiner Lehrerin, Ursula Lyon eine Zeremonie zur Segnung und Namensgebung eines Kindes durchführen. Es war eine sehr schöne und Intime Zeremonie. Ich fand es wunderbar, dass die Zeremonie nicht so strikt und vorgegeben durchgezogen werden konnte sondern der Spontanität, den Ideen und den Bedürfnissen von Kindern folgen musste.

Klar – dass für ein zweijähriges Kind nicht wirklich einsichtig ist warum man jetzt mit den Erwachsenen ruhig sitzen soll und sich irgendwelches Gerede anhören soll, wo man doch mit Papa oder den anderen Kindern rumtollen kann. Aber genau so soll es sein – es geht ja schließlich um das Kind und nicht um eine formelle Zeremonie.

Was mich aber sehr berührt hat war dann der Moment der Segnung selbst. Vorher (und auch nachher) war das Kind ein Wirbelwind – aber bei der Segnung selbst war sie ganz ruhig und ergriffen. Ich war echt beeindruckt mit welcher Intensität die Kleine ihren Segen und spirituellen Namen empfangen hat.

Ich bin mir sicher sie wird einen guten Weg gehen!

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Microsoft Big Data Tag

Microsoft Big Data Tag

Ich freue mich am 25.11. einen Vortrag halten darf, der ein paar interessante Einblicke in den Betrieb eines Flughafens gibt.

Vorhersage (Prediction) der zukünftigen Realität per Modell – ist das legitim?

Ein großer Aufgabenbereich der Data Science sind Prediction Queries, also die Idee mit einem technischen Modell, mit Algorithmen und Big-Data Technologien die Zukunft vorherzusagen.

Ist es legitim mit Modellen verlässlichen Aussagen über die Zukunft zu treffen?

Das ist eine sehr philosophische Frage, welche ich aus der Basis der buddhistischen Philosophie als Startpunkt einer Diskussion adressieren möchte.

In einer ersten Überlegung würde ich sagen: Nein – Warum?

In der Lehre Buddhas geht man davon aus, daß man (bewußt) nur im Hier und Jetzt leben kann. Die Vergangenheit ist bereits vorüber (manche sagen tot) und die Zukunft ist noch nicht entschieden. Die Zukunft ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig ungewiss. So ist es aus dieser Überlegung heraus nicht statthaft, zu glauben mit Wissen aus der Vergangenheit die Zukunft abschätzen zu können.

Eine weitere Einschränkung liegt darin, dass wir versuchen die zukünftige Realität mit einem abstrakten mathematisch-statistischen Modell zu beschreiben und abzuschätzen. Auch das sehe ich als massive Einschränkung dieses Vorhabens.

Wie Sie richtig vermuten gibt es aber auch zustimmende Überlegungen, da der Eintrag sonst bereits an dieser Stelle zu Ende wäre.

Zuerst einmal die Replik auf die Variabilität der Zukunft: Ja, es stimmt – sie ist offen und kann bzw. wird sich jederzeit ändern. Aus den vielen möglichen Zukünften gibt es einige, welche aufgrund von Vergangenheit  und Gegenwart wahrscheinlicher sind. Wenn man mit dieser Unschärfe leben kann ist die Nutzung eines Modells legitim.

(philiosophisch) herausfordernder ist der Umgang mit der Diskrepanz von zukünftiger Realität und der Modellabschätzung. Auf den ersten Blick ein No-Go. Aber wenn man auch hier wieder den Ideen des Buddhismus anhängt realisiert man, dass man die Vergangenheit in Modellen erinnert. Diese Funktionsweise unseres Gehirns ist bereits medizinisch nachgewiesen. Aber auch die Gegenwart nehmen wir als Modell wahr. In diesem Moment erleben wir nicht die direkte Wahrnehmung unserer Sinne sondern eine Reduktion und Abstraktion (sonst könnten wir die auf uns einprasselnde Datenmenge gar nicht verarbeiten) auf der Basis unserer Gesinnung, Prägungen und mentaler Muster. Wir nehmen die Realität bereits als Modell wahr!

Dieser Punkt zeigt uns: ja es ist legitim mittels Modellen Predictions zu treffen.

Aus vergangenen und gegenwärtigen Modellen kann man mit gutem Gewissen valide Modelle der möglichen Zukunft ableiten.