Mara AG – Teil 3

Fortsetzung der Geschichte: Mara AG

Nun warte ich bereits eine geschlagene Stunde am Empfang auf Frau Arati. Irgendwie scheinen wir nicht angekündigt zu sein. Aber was solls – ich habe ja Zeit – es ist wiedereinmal hilfreich sich auf des Hier & jetzt zu besinnen – nach all den Erlebnissen bisher.

Zwei weitere Stunden später werde ich von einem gelangweilt gähnenden Assistenten abgeholt. Er meint dass Frau Arati eigentlich schon dabei ist die Firma zu verlassen, aber wenn ich möchten können wir unser Gespräch noch in der Cafeteria führen. Na klar, und ob ich will, also folge ich dem jungen Herren.

Im Cafe sehe ich eigentlich niemanden und denke schon, dass die Frau vielleicht gar nicht mehr anwesend ist. Das Cafe scheint mir überhaupt menschenleer bis auf eine verwahrlost wirkende, ältere Frau. Aber halt – auf genau diese steuert der junge Mann zu und stellt sie uns als Arati vor.

I: Guten tag Frau Arati, wir freuen uns dass wir das Gespräch nun doch noch geschafft haben.

A: Na ja – irgendwie bin ich den ganzen Rummel um mich müde, aber was solls – reden wir, sonst ist mein alter Herr wieder sauer auf mich.

I: Ihr Assistent meinte sie würden hier einen Kaffee trinken – dürfen wir Sie auf einen einladen?

A: Ich weiß nicht so recht, eigentlich mag ich keinen Kaffee oder etwas anderes, nein eigentlich brauche ich nichts.

I: Können Sie uns ein wenig beschreiben was Ihr Aufgabengebiet in diesem Unternehmen ist?

A (lächelnd): Ach das kann ich. Meine Aufgabe ist doch die wichtigste in diesem Unternehmen. Wenn meine zwei Schwestern wiedermal versagt haben und unseren Kunden keine schöne Alternativen anbieten können, dann muss ich retten was zu retten ist. Bevor die Menschen auf die Idee kommen spirituell etwas zu tun sind meine Profis da. Wir stellen den Menschen, die etwas mit sich tun wollen deutlich dar, wie schwer das alles ist und wie schwach sie doch sind. je nachdem wie stark die Leute sind müssen wir auch schwere Geschütze auffahren um ihnen die Lust an Meditation und Erkenntnis (schüttelt sich angewidert) zu vermiesen. So weit lassen wir es aber nicht kommen.

I: Das klingt ja nach einem großen und bedeutenden Aufgabenbereich. Können Sie uns da mehr aus der Praxis erzählen ohne Ihre Geschäftsgeheimnisse zu verletzen?

A: Na versuchen wir es (gähnt). Wichtig ist hier natürlich die PR-Arbeit, die ist der Kern unserer Aufgaben. Wir nutzen alle verfügbaren Kommunikationskanäle um unsere Nachricht an die Menschen zu bekommen. In Presse, Radio und Fernsehen achten wir darauf den Menschen die sich spirituell entwickeln wollen die Idee auszureden, sei es sie einzulullen oder auch ihnen ihre Schwäche aufzuzeigen. Wir müssen schließlich die Menschen vor sich selbst schützuen.

I: Und wie sieht es mit anderen Medien aus?

A: Ja das Buchgeschäft ist ein sehr dankbarer Zweig. Da haben wir gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Wir beschäftigen eine ganze Reihe sehr guter Autoren, die unter Pseudonym ganz wunderbare Werke in unserem Sinn verfassen.

I: Nutzen Sie auch die neuen Medien für Ihre Zwecke.

A (grinst): Wie kommen Sie darauf? Wir denken doch viel weiter – vergessen Sie nicht, wir mögen zwar alt sein – sind aber immer noch agil und flexibel. Wir haben es zwar nicht selbst entwickelt, aber dem Einen oder Anderen haben wir kräftig unter die Arme gegriffen. Aber wir möchten die Marc´s und Eric´s doch im Glauben lassen sie hätten es ganz alleine geschafft.

I: Ich sehe schon – Ihre PR-Abteilung ist ja bestens aufgestellt. Aber nicht alle Menschen hören auf die Medien?

A: Ja – leider. Das sind jene Kunden wo wir Stufe 2 brauchen, da wird es schon aufwändiger (verdreht die Augen) und teurer.

I: Können SIe uns mehr zu Stufe 2 sagen?

A: Eigentlich nicht. Aber nachdem Sie uns aufgefunden haben ist es vermutlich bereits egal.  Also – da haben wir unsere Agents; sie gehen in die direkte Kommunikation mit unseren Kunden.

I: Wie geht das, senden Sie eine Email, rufen Sie an?

A: So plump nicht. Sie kennen doch die kleine Stimme in Ihrem Kopf die von Dingen abrät, sagt dass sie das Vorhaben nicht schaffen – nun das ist unser Agent.

I: Eine sehr perfide Lösung – zugegeben. Aber es gibt ja auch Menschen die diese Stimme ignorieren?

A (beginnt agiler zu werden): Ja diese Querulanten ruinieren mir das Geschäft. An die kommt man nicht mehr ran… Aber auch für diese Menschen habe ich mir was Gutes einfallen lassen … Wenn diese Menschlein schon unbedingt spirituelles machen wollen, dann sorge ich dafür dass sie wieder bei uns landen. Wir sponsoren schöne Gruppen und Organisationen, die sicherstellen dass Ihr in unserer Hand bleibt oder nach einiger Zeit merkt dass dieses spirituelle Zeug nichts bringt.

I: Ich bin echt beeindruckt!

A: Weil ich gerade in so guter Laune bin. Ich habe ja gehört Sie sind Anhänger dieses Gotama. Sebst das haben wir schon unterwandert und unsere Leute platziert, sie werden sehen mit etwas Geduld ist auch diese Lücke bald geschlossen.

I: (sprachlos)

A: Danke für Ihren Besuch. Wenn Sie mal dran denken ein wenig lehren zu wollen (gibt uns ihre Visitenkarte) dann lassen Sie es mich wissen..

In meinem Entsetzen habe ich gar nicht bemerkt, dass Frau Arati nicht mehr da ist. Nachdenklich gehe ich wieder zum Empfang um zu sehen wie es nun weitergeht.

Fortsetzung folgt…

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