Mara-AG letzter Teil

Der nächste Termin bringt mich in einen anderen Teil des Gebäudes. Aber irgendwie habe ich das Gefühl falsch gegangen zu sein und auf einer Baustelle gelandet zu sein. Aber nein – ein karges Männchen kommt auf mich zu um mich zu empfangen. Und beim näheren Hinsehen erkenne ich, dass das Gebäude sehr wohl fertig ist, aber sehr reduziert und karg gebaut wurde.

Das Büro von Frau Tanha passt in das gesamte Bild – es wirkt als ob ein Flohmarkt leergeräumt wurde.

I: Guten tag

T: Ja ja, Sie wurden mir von meinem Dad bereits angekündigt. Ein besseres Interview könnten wir sicher führen, wenn Si mir ein wenig Unterstützung zukommen lassen könnten?

I: Wie meinen Sie das, Sie sind doch Konzernchefin?

T: Aber trotzdem muss ich immer ein Auge auf das Budget und die Bilanzen haben.

I: Also Ihr Bereich ist für Einsparungen zuständig?

T: Nein, das ist jetzt falsch rüber gekommen, unsere Aufgabe ist es die Menschen dabei zu unterstptzen mehr zu wollen, anzuhäufen und nichts mehr her zu geben.

I: Wie passt diese Aufgabe in die Konzernstrategie?

T: Nun- indem wir in den Menschen die Idee fördern, dass anhäufen, noch mehr zu wollen gut für sie ist werden sie für die vielen Angebote unseres Konzerns empfänglich.

I: Wie schwer ist das?

T: Zwiespältig. Auf der einen Seite geht es so leicht und durchschaubar – Menschen sind eine sehr einfach auszurechnende Spezies. Teilweise müssen wir gar nichts tun und es läuft von selbst. Aber es gibt da immer mehr Querulanten die gegen uns operieren –  Geben, Freizügigkeit und das Teilen nicht nur hervorstreichen sondern auch tatsächlich leben (schaut angewidert).

I: Aber das sind ja nur wenige?

T: Das stimmt, leider ist es aber dank dem großen Erfolg den wir hatten heute schon sehr schwer geworden immer noch eine Steigerung anstoßen zu können. Da müssen wir uns schon sehr ins zeug legen und viel Investieren (schaudert).

I: Das heißt – auch die Mara AG stößt an ihre Grenzen?

T: Noch nicht. Aber Sie haben recht – wenn wir nicht ständig forschen und investieren würden könnten wir die Gier nicht mehr steigern.

I: Also stehen Sie hinter den vielen neuen Produkten, Services und der Werbung?

T: Nur zum Teil, das ist nur ein Aspekt unserer Tätigkeiten; sehr vernetzt mit den anderen Bereichen des Konzerns. Aber diese Strategie funktioniert  nur in reichen Ländern gut, wo die Menschen freie Mittel haben.

I: Was decken Sie noch ab?

T: In Bereichen wo die Menschen ärmer sind oder auch bei jenen die schon alles haben müssen wir subtiler vorgehen. Da können wir nichts neues an den Mann/die Frau bringen sondern da bedienen wir uns des Neids. Wenn unsere Kunden nur das Gefühl haben andere hätten mehr als sie, so beginnt auch wieder die Gier – ganz ohne neue Produkte oder Angebote funktioniert das immer ganz wunderbar.

I: Aber was ist mit all den Leuten die mit dem Materialismus abgeschlossen hat?

T: Diese Schlaumeier denken uns entkommen zu können (lacht lauthals). Aber die vorher genannte Technik funktioniert auch bei den Meditierenden wunderbar, manchmal fast noch besser. Wenn wir ein wenig Köder hinwerfen so wollen auch diese Leute immer mehr und vor allem das was der Nachbar hat.

I: Da bin ich jetzt beeindruckt!

T: Schön. Ich muss unser Gespräch nun beenden, meine Zeit ist kostbar. Ich denke Sie finden selbst den Weg hinaus.

Und schon stehe ich auf dem kargen gang und mache mich auf den Weg um Herrn Mara den versprochenen Abschiedsbesuch abzustatten.

Als ich sein Büro betrete erwartet er mich mit einem Lächeln. Bei einem Kaffee lassen wir meinen besuch revue passieren und tauschen uns über das ein- oder andere Detail aus.

Ganz unerwartet – oder vermutlich von langer Hand geplant – bietet mir Herr Mara einen Job an. Ich könnte doch für das Unternehmen den Markt erforschen, in dieser Welt sein und mich neben einer guten Bezahlung über alle Annehmlichkeiten der Mara AG freuen.

Dankend lehne ich ab und in diesem Moment scheint sich alles zu verändern. Alles scheint zu verschwimmen, unscharf und weniger konkret zu werden. Mir wird schwarz vor Augen und die letzten Worte die an mein Ohr dringen sind: „Schlafe oder Erwache; es ist deine Entscheidung!“

Verwirrt und zitternd wache ich in meinem Bett au und weiß nicht: War es ein Traum oder träume ich jetzt gerade?

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